Johann Gottlieb Fichte – Philosoph

Johann Gottlieb Fichte war ein deutscher Philosoph und gilt als wichtigster Vertreter des Deutschen Idealismus.

Geboren wurde Fichte 1762 in Rammenau bei Bischofswerda, als Sohn eines armen Bandwebers. Seine frühe Ausbildung bekam er an der Stadtschule in Meißen. Seine höhere Ausbildung verdankte Fichte einer kuriosen Geschichte. Der Gutsherr Freiherr Haubold von Miltitz kam eines Tages nach Rammenau, nachdem er die Predigt des Sonntags verpasst hatte. Dies hörte Fichte und versicherte dem Freiherrrn die Predigt wiederholen zu können. Hierauf imitierte er den Pfarrer so perfekt, dass der Freiherr ganz entzückt war und ihm eine Ausbildung an der Fürstenschule Schulpforta bei Naumburg finanzierte.

Nach der Schule zog Fichte nach Jena, wo er studierte, was jedoch seine finanzielle Lage noch erschwerte. Nach dem Tod des Gutsherrn wurde ihm ein weiteres Stipendium verweigert und er musste das Studium abbrechen. Um Geld zu verdienen gab er Privatunterricht. Aus Zürich kam schließlich ein rettendes Angebot, wo Fichte Hauslehrer werden sollte. Leider hielt die Anstellung nicht lange, da Fichte die Auffassung vertrat, bevor man die Kinder erzieht, sollten die Eltern erzogen werden. Noch in Zürich verliebte er sich und heiratete Johanna, eine Tochter eines Wagenbauers. Nun zog es Fichte nach Leipzig, wo er gern Prinzenlehrer werden wollte, was jedoch scheiterte. Auch seine zweite Idee einer Zeitschrift für weibliche Bildung blieb bei der Idee.

1790 wurde er mit der Philosophie Immanuel Kants vertraut, die großen Einfluss auf ihn hatte. Kant inspirierte ihn zu seiner Wissenschaftslehre, die auf dem Begriff des Ichs ausgerichtet war. 1791 reiste Fichte nach Königsberg, wo er dank Kant einen Verleger fand, der seine Schrift „Versuch einer Kritik aller Offenbarung“ anonym veröffentlichte. Zunächst hielt man das Werk für ein Werk Kants. Dieser stellte den Irrtum richtig und machte Fichte berühmt. So konnte Fichte 1794 seinen Lehrstuhl für Philosophie an der Universität Jena antreten.
1794 bis 1799 blieb er in Jena als Professor und wurde zur Zielscheibe des „Atheismusstreits“. Den Streit hatte eine anonyme Streitschrift von Fichte 1799 ausgelöst. Er wurde angeklagt wegen Gottlosigkeit und der Verbreitung von atheistischen Ideen und musste zurücktreten. 1805 bekam Fichte in Erlangen den Lehrstuhl für Philosophie. 1807 wirkte er an der „Hartungschen Zeitung“ in Königsberg als Zensor mit, wurde jedoch entlassen. 1810 wurde er Dekan der philosophischen Fakultät und erster gewählter Rektor der Berliner Universität.

In Berlin war er ein Mitglied der Deutschen Tischgesellschaft und ab Sommer 1811 wurde er zu ihrem Vorsitzenden. Früher ein Anhänger der französischen Revolution wurde Fichte nun durch seine Reden an die deutsche Nation zum Gegner Napoleons.

1813 erkrankt zunächst Fichtes Frau Johanna am Lazarettfieber an dem sich auch Fichte ansteckte. 1814 stirbt er an den Folgen und wird in Berlin beerdigt.