Friedrich von Schlegel

Friedrich von Schlegel ist bekannt geworden als deutscher Literaturhistoriker, Philosoph und Übersetzer. Er ist zudem ein wichtiger Vertreter der „Jenaer Frühromantik“.

Geboren wurde Friedrich von Schlegel 1772 in Hannover, als Sohn des lutherischen Pastors Johann Adolf Schlegel. Seine Kindheit verbrachte er jedoch zu größten Teilen bei seinem älteren Bruder und seinem Onkel. 1788 brach er seine kaufmännische Lehre ab und eignete sich auf autodidaktischem Wege das Gymnasialwissen an, welches ihm zum Studium fehlte. Danach studierte er an Universitäten in Göttingen und Leipzig erst Rechtswissenschaften und Medizin. Später wandte er sich mehr und mehr der Mathematik, Philosophie und der klassischen Philologie zu.

Seine Freundschaften zu Friedrich von Hardenberg und der Arztwitwe Caroline Böhmer prägten seinen weiteren künstlerischen Lebensweg, da beide ihn in seiner literarischen Tätigkeit unterstützten. 1794 entschloss er sich zum Abbruch des Studiums, aus Geldnot, und wurde freier Schriftsteller. Er zog nach Dresden zu seiner Schwester und bald darauf erschien sein erstes Werk „Von den Schulen der griechischen Poesie“ , welches sich mit der klassischen Antike beschäftigte. 1796 begann er an der Zeitschrift „Deutschland“ seines Freundes Johann Friedrich Reichardt mitzuarbeiten, was ihm seinen Lebensunterhalt sicherte. In dieser Zeitschrift schrieb er eine scharfe Kritik zu Friedrich Schillers Gedichten, der daraufhin Schlegel seinerseits angreift. 1797 kommt es zum endgültigen Bruch zwischen beiden, als Schlegel Schillers Zeitschrift „die Horen“ rezensiert.

Mittlerweile lebte Friedrich von Schlegel seit einem Jahr in Jena, wo er sich mit Philosophie, insbesondere Kant, und neuerer Literatur beschäftigte. Besonders geprägt wird er hier durch seine Freundschaft mit Johann Gottlieb Fichte, den Begründer der Wissenschaftslehre. Auch Schriftsteller der älteren Generation wie Johann Wolfgang von Goethe, Gottfried Herder und Christoph Martin Wieland prägen ihn und die Auseinandersetzung mit ihren Werken führt später zu seiner berühmten Literaturtheorie.

1798 gründet er gemeinsam mit seinem Bruder August Wilhelm die Zeitschrift „Athenäum“, das Sprachrohr der Jenaer Frühromantik. Ein Jahr später gründete sich die Romantiker Wohngemeinschaft bestehend aus Schlegel, seiner Ehefrau, seinem Bruder und Dorothea Veit. Dieser Kern der Jenaer Frühromantik hatte viel Besuch in der folgenden Zeit, u.a. von Friedrich von Hardenberg, Ludwig Tieck und auch Clemens Brentano. 1801 löste sich die Wohngemeinschaft wieder auf und Schlegel zog nach kurzem Aufenthalt in Dresden nach Paris, wo er das Persische und Indische studierte. Hier gründete er auch die Zeitschrift „Europa“.

1804 ging er nach Köln, wo er Vorlesungen hielt und ein zunehmendes Interesse am Katholizismus zeigte. 1808 trat er zum Katholizismus über und trat gleichzeitig in den österreichischen Staatsdienst ein. 1814 folgte seine Ernennung zum „Ritter des päpstlichen Christusordens“. Ein Jahr später wurde er geadelt. Von 1815 bis 1818 war er am Bundestag in Frankfurt als österreichischer Legationsrat tätig. Später reiste er nach Wien, wo er seine berühmten Vorlesungen zur Philosophie der Geschichte hielt. 1828 zog es ihn wieder nach Dresden, wo er bis zu seinem Tod 1829 Vorlesungen über die Philosophie der Sprache und des Wortes hielt.

Seine beiden berühmtesten Werke waren 1799 „Lucinde“, und 1808 „Über die Sprache und Weisheit der Indier“.